Die psychoanalytisch-interaktionelle Methode (PIM)

Kaum etwas sonst ist so bedeutsam für unsere körperliche und seelische Gesundheit wie ausreichend stabile und verlässliche zwischenmenschliche Beziehungen. Wer unfreiwillig isoliert lebt, abgeschieden oder gemieden von anderen und sich deshalb nicht gesehen und akzeptiert fühlen kann, hat ein deutlich erhöhtes Risiko, psychisch wie körperlich krank zu werden.

„So tief man auch in den menschlichen Geist vordringt, man wird niemals ein isoliertes Wesen finden, sondern nur Beziehungen zu anderen Wesen.“

(Tzvetan Todorov 1998)

 
 

Die psychoanalytisch-interaktionelle Therapie ist eine störungsspezifische enwicklungsorientierte Methode für die Behandlung von Patienten, die unter den Auswirkungen gravierender Beeinträchtigungen psychischer und psychosozialer Funktionen leiden (sog. strukturelle Störungen). Die Anfänge der Methode, die aus der Psychoanalyse entwickelt wurde, reichen bis in die 1970er Jahre zurück. Strukturelle Störungen zeigen sich in erster Linie Problemen, die die Patienten damit haben, sich selbst zu regulieren und zwischenmenschliche Beziehungen zu gestalten und aufrecht zu erhalten.
Die psychoanalytisch-interaktionelle Arbeitsweise wurde zuerst als Gruppentherapie im stationären Rahmen eingesetzt, wurde jedoch In der Folgezeit weiterentwickelt und hat sich seither auch als Einzeltherapie für die Behandlung von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern mit schweren Entwicklungsstörungen der Persönlichkeit bewährt.

Die psychoanalytisch-interaktionelle Arbeitsweise wird in verschiedenen therapeutischen und sozialtherapeutischen Feldern – teils seit vielen Jahren – genutzt. So wird die Methode in der Psychiatrie und Psychotherapie eingesetzt, in der stationären Psychotherapie, in der Therapie von Abhängigkeitskranken, in sozialtherapeutischen Einrichtungen, in der forensischen Psychiatrie, in therapeutischen Abteilungen im Strafvollzug u.a.

Charakteristisch für die psychoanalytisch-interaktionelle Methode (PIM) ist vor allem, dass der Therapeut – geleitet von einer Entwicklungsvorstellung – sein eigenes Erleben ‚in Antwort‘ auf den Patienten selektiv und abgestimmt auf den Patienten offen legt. Dabei bietet er sich dem Patienten als Gegenüber in dichtem interaktiven Austausch an und nimmt eine vergleichsweise aktive Haltung ein. Mit seinen ‚antwortenden‘ Interventionen kann er das implizite, prozedurale Beziehungswissen der Patienten erreichen.

Termine 1. Halbjahr 2018

Kurs 1: 13. Januar, 20. Januar und 3. Februar
Kurs 2: 26. Mai, 16. Juni und 30.Juni

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